Weine im eigenen Heim richtig lagern

23.07.2016 |  Von  |  Essen & Trinken
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Weine im eigenen Heim richtig lagern
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Man kennt es von früher: In alten Häusern wurde der Wein stets im Steinkeller aufbewahrt. Dort war genügend Platz. Und er hatte stets die richtige Temperatur. Doch heute stören Waschmaschine und Trockner dabei, Wein richtig aufzubewahren. Es wird wärmer, und die Luftfeuchtigkeit wird zu hoch.

Weine sind empfindliche Substanzen. Sie mögen kein Licht. Sie mögen keine Temperaturschwankungen. Sie verabscheuen trockene Luft und starke Gerüche. Und sie möchten immer liegen. Ein bisschen sind sie wie sensible Haustiere, deren Wohlergehen Service und Zuwendung voraussetzt. Aber das weiss der Weinfreund ja.

Die Zeit der Legenden ist vorbei. Es soll alte Rieslinge gegeben haben, die nach 200 Jahren den Trinker als unfassbares Elixier berauschten. Die Kometenweine, die alten Burgunder aus den frühen Jahrgängen des 20. Jahrhunderts, Jahrgangs-Portweine, Chateau d’Yquem – Legenden, die unter Weinfreunden weitererzählt werden, unbezahlbare Tropfen, wenn einer mal aus den tiefen Gewölben eines alten Weinkellers auftaucht.

Im eigenen Haus Wein richtig aufbewahren

Wer heute noch über einen lagerungsfreundlichen Keller verfügt, kauft säure- und tanninreiche Weine von guter Provenienz und aus besten Geburtsjahrgängen und schickt sie ein paar Jahre in die Vergessenheit. Der normalsterbliche Weinfreund begnügt sich mit nahezu trinkreifen Weinen (die Spanier beispielsweise liefern mit ihren Reservas und Gran Reservas schön gelagerte rote Gewächse). Jetzt muss er sich mit der Frage auseinandersetzen, wie er den König unter den Getränken standesgemäss in seiner Wohnung unterbringt.

Ein Weinkühlschrank mit seinen unterschiedlichen Klimazonen ist eine wunderbar praktische Lösung. Aber er nimmt Platz weg, kostet Strom und ist nicht eben aus der Haushaltskasse zu bezahlen. Eventuell muss der Weinfreund auch mit seinen Mitbewohnern und -bewohnerinnen diskutieren, warum diese Anschaffung lebensnotwendig ist. Es geht auch anders: Nämlich mit dem guten alten Weinregal.

Welche Art von Regal kommt infrage? Und wo ist es strategisch am günstigsten aufzustellen? Kühl, nicht zu trocken, einigermassen dunkel – wenn Sie Wein nicht auf Jahrzehnte einlagern wollen, kommen mehr Orte für ihn infrage, als Sie denken. Der Klassiker ist das Schlafzimmer. Hier herrschen die kühlsten Temperaturen. Der ungenutzte Raum unter der Treppe eignet sich ebenfalls gut für Ihre Flaschensammlung, mit der erfreulichen Nebenwirkung, eine Staubfangecke durch Ihre Schützlinge optisch aufzuwerten. Selbst in Küchen sind schon Weinflaschensammlungen gesichtet worden: Mithilfe einfacher Spanplatten können hier Stauräume abgetrennt und mit einem kleinen Kühlaggregat auf weinfreundliche Temperatur gebracht werden. Bausätze für solche pfiffigen Weinsammelecken sind im Fachhandel erhältlich.


Im eigenen Weinregal lässt sich der Wein gut im eigenen Haus lagern. (Bild: Christian Delbert – Shutterstock.com)

Im eigenen Weinregal lässt sich der Wein gut im eigenen Haus lagern. (Bild: Christian Delbert – Shutterstock.com)


Wie sollte das richtige Weinregal aussehen?

Über das richtige Weinregal streiten Weinfreunde so kontrovers wie über die Frage, ob man Weine mit Schraubverschluss kaufen darf. Das beste Regal ist jenes, das genau in den Winkel passt, für den es vorgesehen ist – alles andere ist eine Stilfrage. Natürlich gibt es wundervolle handgeschreinerte Regale aus Massivholz; aber wenn Sie nur den Raum unterm Bett oder eine kleine Ecke im unteren Kleiderschrank füllen wollen, helfen Ihnen diese Flaggschiffe der Weinlagerungskultur nicht weiter. Für den kellerlosen, wohnungsbesiedelnden Weinfreund mit Stauraumproblemen eignet sich das modulare Weinregalsystem.

Modulregale sind praktisch, weil Sie klein anfangen können. Kaufen Sie 12er-Module und bauen Sie die Puzzleteile Ihres Systems so zusammen, wie es für Nische/Ecke/Erker passt. Auch unter den Modulregalen gibt es hochwertige Ausstattungen – z. B. Verbinder aus galvanisiertem Eisen, auf denen massive Hölzer montiert sind, die die Weinflaschen tragen. Ein Modulsystem kostet Sie nicht auf einen Schlag viel Geld, sondern lässt sich in erträglichen Investitionsschritten erweitern. Sie gewöhnen Ihre Mitbewohner und -bewohnerinnen sukzessive an den Anblick der Flaschen. Damit gehen Sie den sanften Weg der Sammlungserweiterung.



Wo sollte das Weinregal stehen?

Wenn wir einen allgemeingültigen Satz über Weinregale formulieren wollten, wäre es dieser: Es gibt keine Form, in der ein Regal noch nicht gebaut worden ist. Vom schlichten, praktischen Modulregal über dezente oder kunstvolle Drahtkonstruktionen bis zu massiven Regal-Schränken, die edle Tropfen in exquisitem Rahmen präsentieren, ist alles möglich. Das skulpturale Design hat sich längst des Weinregals angenommen und regelrechte Kunstobjekte geformt. Die Präsentation in diesen Regalskulpturen ist das diametrale Gegenteil der zurückhaltenden Modul-Lösung: Hier wird der Wein in Szene gesetzt.

Es gibt Weinkugeln aus Acrylglas. Es gibt Träger, die die Flaschen wie eine DNA-Helix nach oben laufen lassen. Es gibt Gebilde, die an einen Emmentaler Käse erinnern, in dessen Löcher die Flaschen stecken. Es gibt halbierte Baumstämme, in deren Schnittfläche die Flaschenlöcher gebohrt sind. Beleuchten Sie Ihr Objekt und füllen Sie es mit edlem Stoff: Kein Wohngegenstand wird öfter umkreist werden als diese Rebensaftträger.

Wer Weine ernsthaft lagern will, nämlich an den beschriebenen kühlen und dunklen Orten, wird diese Art künstlerischer Präsentation verschmähen. Vielleicht schafft er sich ein paar Zusatzgeräte an, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ein Hydrometer, um die Feuchtigkeit zu messen. Vielleicht einen Zimmerbrunnen oder Verdunstungsschalen für die Heizung. Professionell ist ein Ultraschallverdunster: Er befeuchtet mühelos die Raumluft bis zu 40 Quadratmeter, eliminiert schlechte Gerüche und schont die Atemwege. Da soll einer sagen, Weintrinken wäre nicht gesund!

 

Artikel von: gourmetnews.ch-Redaktion
Artikelbild: © Africa Studio – Shutterstock.com

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