Wir widerlegen Irrtümer rund um das Thema Ernährung

11.07.2016 |  Von  |  Ernährung
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Wir widerlegen Irrtümer rund um das Thema Ernährung
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Die Medien sorgen dafür, dass wir stets auf dem neuesten Stand sind. Doch es lässt sich nicht vermeiden, dass über Radio, Fernsehen und Zeitschriften auch Mythen und Halbwahrheiten verbreitet werden. Wenn man diese erst einmal verinnerlicht hat, kann man sie nicht so schnell wieder bergessen. Deshalb räumen wir mit einigen Irrtümern rund um die Themen Fitness und Ernährung auf.

Immer wieder werden Meinungen laut wie: „Ich möchte nicht mit Gewichten trainieren, weil Krafttraining bei Frauen zu dicken Oberarme und monströsen Schenkeln führt.“ Oder: „Damit ich nicht noch dicker werde, esse ich ausschliesslich Light-Produkte.“ Wir decken auf, informieren und korrigieren die populärsten Irrtümer.

Irrtum 1: Wer Gewicht verlieren will, sollte möglichst wenig essen.

Die Werbung berieselt uns täglich mit unzähligen Informationen, wie sich am besten Gewicht reduzieren lässt. „Fünf Kilo innerhalb von drei Tagen!“ „Fünfzehn Pfund in einer Woche!“ Den meisten von uns sind derartige Sprüche wohlbekannt. Wer etwas genauer hinschaut, erkennt schnell, dass es sich bei den vollmundigen Angeboten fast ausnahmslos um Radikaldiäten handelt. Im Klartext heisst das: Frau reduziert für eine gewisse Zeitspanne die aufgenommene Kalorienanzahl extrem, wodurch sie innerhalb der ersten Tage oder Wochen tatsächlich an Gewicht verliert.

Der Haken: In den ersten Tagen geht hauptsächlich Wasser verloren. Das liegt daran, dass unser Organismus zuerst überschüssige Kohlehydrate abbaut. Diese sind in Form von Einfachzucker (Glykogen) in der Leber und in der Muskulatur gespeichert. Jedes Gramm Glykogen ist an mehrere Gramm Wasser gebunden, welches einfach ausgeschieden wird. Das wiederum wird von der Waage als Gewichtsverlust angezeigt.


Radikaldiäten bringen dem Körper nichts Gutes. (Bild: VGstockstudio – Shutterstock.com)

Radikaldiäten bringen dem Körper nichts Gutes. (Bild: VGstockstudio – Shutterstock.com)


Sofern die Kohlehydratspeicher leer sind, greift unser Körper zum nächsten, sehr leicht verfügbaren Baustein, dem Muskeleiweiss. Er baut tatsächlich Muskeln ab! Damit sorgt er dafür, dass der Blutzuckerspiegel in der Balance bleibt. Schliesslich erhält der Körper über die Nahrung zu wenig Zucker. Der Abbau von Muskulatur bewirkt eine Senkung des Grundumsatzes. Der Grund: Muskeln verbrauchen auch in völliger Ruhe Energie.

Sind die Muskeln nicht mehr vorhanden, fährt der Körper seinen Stoffwechsel herunter. Er passt sich an und benötigt jetzt insgesamt weniger Kalorien als vor der Diät. Was passiert, wenn die Diät beendet ist und die zugeführte Kalorienmenge wieder steigt? Der sogenannte Jo-Jo-Effekt stellt sich erbarmungslos ein! Frau nimmt wieder zu. Weniger bedeutet nicht besser!

Falls Sie abnehmen möchten, sollten Sie Ihre Ernährung schrittweise und vor allem dauerhaft (!) umstellen. Viel Gemüse, Fleisch und Fisch, selten Fast Food und Alkohol. Erlauben sie sich massvolle „Sünden“. Wichtig ist zudem ausreichend Bewegung im Alltag, wie etwa: Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto, persönliches Überbringen der Nachricht an die Kollegin im Nebenzimmer statt E-Mail. Dazu eine ordentliche Dosis Sport. Am besten in Form von kombiniertem Kraft- und Ausdauertraining. Sie werden sehen: Bereits nach kurzer Zeit purzeln die Pfunde. Sicherlich bedeutend langsamer als bei einer Crash-Diät, dafür umso nachhaltiger und ohne Jo-Jo-Effekt.


Wichtig ist ausreichend Bewegung im Alltag. (Bild: Andresr – Shutterstock.com)

Wichtig ist ausreichend Bewegung im Alltag. (Bild: Andresr – Shutterstock.com)


Irrtum 2: Männlichkeit durch Eisen

Viele Frauen haben, sobald sie an Hanteln denken, automatisch Bilder von extrem gebräunten Bodybilderinnen im Kopf. So möchte keine Frau aussehen! Schöne Oberarme? Ja! Ein straffer Bauch? Gerne! Knackpo? Natürlich! Aber so richtig muskulös? Nein! Das gefällt den wenigsten. Das ist der Grund, warum viele Frauen schwere Gewichte meiden und lieber bei ihren bunten Mini-Hanteln bleiben.

Es gibt keinen Grund zur Sorge. Das Verhältnis von Muskulatur im Verhältnis zum restlichen Gewebe ist bei Frauen vollkommen anders als bei Männern. Der Grund ist weniger Testosteron, welches die Muskulatur zum Aufbau dringend benötigt. Hinzu kommt, dass Bodybuilderinnen extrem wenig Körperfett haben, gerade vor Wettbewerben. Sobald dieser wieder ansteigt, sind die Muskeln nicht mehr so deutlich definiert sichtbar. Dann sehen auch diese Sportlerinnen wieder weiblicher aus!

Also: keine Angst vor Gewichten! Der Vorteil von Krafttraining ist unbestritten. Es beugt Osteoporose vor, erhöht die Muskelmasse und damit den Grundumsatz (siehe Mythos 1). Zudem wirkt ein weiblicher Körper mit gut ausgebildeter Muskulatur straffer und aufrechter.



Irrtum 3: Light-Produkte machen schlank und sich gesund

Die gleichen Mengen essen und trotzdem an Gewicht verlieren. Ein Traum! Einfach einen Joghurt-Light, einen Liter Zero-Cola oder Light-Brotaufstrich – schon nimmt Frau ab. Weit gefehlt! Warum? Der Begriff „Light“ besitzt laut Lebensmittelrecht keine eindeutige Definition. Light kann kalorienarm bedeuten oder fettreduziert, ohne Zucker, leicht bekömmlich oder, oder…

Oft beinhalten Light-Lebensmittel weniger Fett oder Zucker, was dann vom Hersteller auch genauso beworben wird. Allerdings fehlen damit die Geschmacksträger. Diese ersetzt die Industrie kurzerhand durch chemische, nicht selten gesundheitlich bedenkliche Zusatzstoffe. Statt Fett mehr Kohlehydrate, statt Industriezucker kalorienhaltige Süssstoffe. Wasser wird durch Stickstoff ersetzt. Das sorgt für mehr Volumen im Joghurtbecher.

Schon möglich, dass Sie bei dem Verzehr des Light-Produktes weniger Kalorien zu sich nehmen. Aber sie werden früher wieder Hunger, vielleicht sogar Heisshunger bekommen. Wasser, Chemie und Stickstoff sättigen nicht so gut wie Fett! Darüber hinaus ist der psychologische Aspekt nicht zu unterschätzen: „Ich geniesse light, also darf ich eine zweite Portion essen!“

Bezahlen Sie kein Wasser oder Luft! Kehren Sie lieber zurück zu einer vollwertigen, ausgewogenen Ernährung. Bereiten Sie ihre Speisen (wieder) selbst zu. Das kostet zumeist nicht mehr Zeit, als eine Dose zu öffnen und den mit Chemie versetzen Inhalt auf dem Herd warm zu machen. Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Käse, Eier und Produkte aus Vollkorn schmecken viel besser! Sie haben natürlicherweise eine hohe Nährstoffdichte und halten lange satt.

 

Beitrag von gourmetnews.ch-Redaktion
Artikelbild: © pathdoc – Shutterstock.com

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