Vinya Laia: Wie ein Mutter-Tochter-Projekt aus Katalonien zum Kultwein für Geniesser wurde

Seit 33 Jahren ist Marga Torres Kellermeisterin bei Albet i Noya im spanischen Penedès. Nur die wenigsten wissen, dass einer der beliebtesten Weine in unserem Sortiment, der Vinya Laia, nach ihrer Tochter Laia benannt ist.

Ein Gespräch mit Mutter und Tochter über Zeiten, die sich ändern, gute Weine und schöne Erinnerungen.

Marga, du bist seit vielen Jahren Kellermeisterin bei Albet i Noya. Der Wein „Vinya Laia“ trägt den Namen deiner Tochter. Wie ist diese Verbindung entstanden?

Marga (lächelt): Es ist eine Geschichte, die mir immer noch Gänsehaut macht und Freude bereitet. Als wir Mitte der 1990er-Jahre die erste Ernte dieses Weins einbrachten, war ich schwanger mit meiner Tochter. Während der Ernte hatten wir auch Besuch von Delinat. Wir sprachen darüber, wie meine Tochter heissen werde. „Laia“, antwortete ich. Die Leute von Delinat meinten gleich: „Das ist aber ein schöner Name. Wir könnten auch den Wein so nennen.“ Und so geschah es dann auch. Das ist beinahe dreissig Jahre her.

Laia, wie war das als Kind für dich, zu wissen, dass Tausende Flaschen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich in Umlauf sind, die deinen Namen tragen?

Laia: Als kleines Mädchen war mir das gar nicht so bewusst. Auch weil es den Wein nur über Delinat gibt und er nicht über das Weingut bezogen werden kann. Die Etikette war in Spanien bei uns also nicht so präsent. Ich erinnere mich aber sehr gut an die Sommer und vor allem die Ernten an der Seite meiner Mutter in den Weingärten.

Zur Ernte sind die Tage am Weingut lang. Und anstatt nach der Schule nach Hause zu gehen, ging ich zu meiner Mutter zu Albet i Noya. Dort rannte ich mit den Kindern vom Weingut – insbesondere mit Martís Cousin Adrià – und mit den Hunden durch die Rebzeilen. Das sind schöne Erinnerungen. Wir sind gemeinsam aufgewachsen. Die Gerüche von damals, die warme Sonne auf der Haut, die vom Rotwein gefärbten Hände meiner Mutter – all das bleibt. Erst einige Jahre später verstand ich: Das ist mein Name auf dieser Flasche. Heute freut mich das sehr. Meine Mutter schenkt mir jedes Jahr zum Geburtstag mindestens eine Magnumflasche Vinya Laia (lächelt).


Zwischen zwei Momenten liegen 19 Jahre: links das Coverfoto der WeinLese-Januarausgabe 2006, rechts eine aktuelle Aufnahme aus dem Jahr 2025.

Marga, du kamst 1992 zu Albet i Noya. Das war zu einer Zeit, als das Thema Biowein noch ganz am Anfang stand und auch das Weingut noch gänzlich anders strukturiert war als heute. Wie hat sich deine Arbeit seither verändert?

Marga: In 33 Jahren tut sich natürlich so einiges. Ich hatte zuvor in zwei anderen Kellereien gearbeitet. Bei Albet i Noya begann ich von Grund auf, und Josep Maria und ich gingen mit dem gleichen Elan, der gleichen Idee, die Natur im Weingarten zum Positiven zu verändern, an die Sache heran.

Diese Ideen kamen natürlich von Josep Maria und auch von Delinat. Es ist mir immer leicht gefallen, hinter dieser Philosophie zu stehen und sie im Keller so gut wie möglich umzusetzen. Als ich begann, waren wir ein sehr kleines Team. Ich habe quasi überall gearbeitet: im Labor, bei der Abfüllung und draussen im Weinberg. So lernt man auch alle Teilaspekte kennen, die sich schlussendlich im Wein vereinen.


Seit mehr als 33 Jahren bringt Marga Torres die faszinierende Landschaft des wilden und gleichzeitig sanft-fröhlichen Kataloniens auf die Flasche.

Heute ist die moderne Technik bei uns eingezogen, das Team ist gewachsen, aber die Philosophie ist gleich geblieben: Wir wollen Weine, die im Einklang mit der Natur entstehen. Früher waren viele Weine kräftig, fast wuchtig. Das war damals die moderne und gefragte Stilistik. Heute suchen wir Finesse und Balance in unseren Weinen. Sie sollen Freude bereiten. Natürlich darf der Wein schon auch Charakter haben, und er darf zeigen, woher er kommt. Bei all dem soll er aber auch zugänglich bleiben. Diese Balance jedes Jahr aufs Neue zu finden, ist eine der schönsten Herausforderungen in meinem Beruf.

Wie war es für dich, auf biologische Arbeit zu setzen, als das in Spanien noch kaum jemand tat?

Marga: Josep Maria war immer ein Pionier. Er hat auf ökologische Bewirtschaftung gesetzt, als das noch kaum jemand tat, und war auch einer der ersten Betriebe, die mit Delinat gearbeitet haben. Ich habe das Gefühl, wir alle sind gemeinsam gewachsen. Die respektvolle Arbeit in der Natur, der Erhalt von regionalen Rebsorten, neue Wege zu finden, um die Biodiversität noch mehr zu fördern, das ist mit den Jahren von unserer Philosophie zu einem Teil unserer Identität geworden. Ähnlich, wie bei Delinat.

Laia, und du wolltest zunächst gar nicht in der Weinwelt tätig werden – und das, obwohl oder gerade weil du zwischen Rebzeilen aufgewachsen bist. Was hat dich schlussendlich umgestimmt?


Marga und Laia arbeiten beide im Wein. Jede geht für sich aber ihren eigenständigen Weg.

Laia: Richtig. Ich wollte ursprünglich etwas komplett anderes machen. Nach meinem Schulabschluss dachte ich: „Ich brauche Abstand, Wein ist Mamas Welt.“ Doch dann haben wir doch irgendwie begonnen, als kleines Familienprojekt unseren eigenen Wein zu machen – nur für den familiären Genuss.

Während des ganzen Prozesses, der Arbeit mit diesen alten katalanischen Rebsorten Sumoll und Macabeo, dem Stampfen der Trauben mit den Füssen und dem Ausbau in Kleinstmengen – ein klassischer Garagenwein – habe ich die Faszination „Wein“ aufs Neue verstanden. Und dennoch ist es mir wichtig, meinen eigenen Weg im Wein zu gehen. Ich komme eher von der Seite der Sommelerie, anders als meine Mutter, die Önologin ist. Dennoch bin ich sehr dankbar, in so einem schönen Feld arbeiten zu dürfen (lächelt).

Marga: Und mir ist wichtig, dass sie ihren eigenen Weg auf ihre Weise geht. Ich werde sie immer unterstützen, ihr aber niemals meine Sichtweisen oder Ansätze aufzwingen. Die Welt des Weins ist so gross und vielfältig. Sie birgt Platz für eine Vielzahl an Wegen zu gutem Wein. Zu wissen, dass es einen Wein gibt – und noch dazu einen guten (lächelt) –, der den Namen meiner Tochter trägt, das macht mich sehr glücklich.

Und nun mit ihr für unser Familienprojekt „La vinya del camí“ zusammenzuarbeiten, das ist noch einmal schöner. Der Name heisst übersetzt „Der Weingarten vom Weg“, denn der Weg an sich ist auch im Wein das Schöne.


Marga Torres mit vielen Laias …

Bei Albet i Noya gibt es also mehr Vinya Laia als Laia zu finden, nicht?

Laia: Ich habe grossen Respekt vor dem, was meine Mutter aufgebaut hat. Gleichzeitig möchte ich aber auch meinen eigenen Blick einbringen. Bei Albet i Noya – das sind meine Mutter, Josep Maria und auch Joseps Sohn Martí, der das Weingut heute leitet.

Ich freue mich einfach, hier meinen Namen einem der Weine leihen zu dürfen. Und über meine jährliche Magnum zum Geburtstag freue ich mich natürlich auch sehr.

Und wie würdet ihr den Vinya Laia stilistisch gesehen beschreiben?

Marga: Schon in seiner Entstehungsgeschichte steht er für Gemeinsamkeit: Er ist in Zusammenarbeit und auf Initiative von Delinat entstanden. Am Gaumen erlebe ich ihn rund, elegant und sehr harmonisch. Wir verwenden Holz, aber behutsam, nie dominant. Uns geht es um Balance zwischen Frucht, Struktur und Weichheit – ein Wein, der einfach Freude macht und bei dem man nach dem ersten Glas gern das zweite trinkt.

Laia: Für mich ist Vinya Laia ein Wein, der Verbundenheit ausdrückt, zwischen Mensch, Boden und Familie. Meine Freunde und ich trinken ihn natürlich auch sehr gern. Immer gemeinsam. Und diese Zusammenkünfte sind immer Auftakt für wunderbare Abende, die schlussendlich in sehr guter Erinnerung bleiben, mit zwei Laias mittendrin: einmal in der Flasche und einmal als Person (lächelt).

Vinya Laia, ein Wein mit Happy End

Der „Vinya Laia“ von Albet i Noya ist nach der Tochter von Kellermeisterin Marga Torres benannt, und auf Initiative von Delinat entstanden. Als harmonischer, eleganter, fruchtig animierender Rotwein mit feiner Frucht und einem Touch Holzreife ist er zugänglich und zugleich ausdrucksstark. Er zählt seit knapp drei Dekaden zu den beliebtesten Weinen im Delinat-Sortiment.

Was bedeutet euch dieser Wein persönlich?

Marga: Es bereitet mir natürlich eine riesige Freude, dass ein Wein den Namen meiner heute 28-jährigen Tochter trägt. Ich denke an all die Jahre, die wir ihn schon machen, an die Menschen, die ihn geniessen. Das ist das Schönste: wenn ein Wein nicht nur schmeckt, sondern Emotionen trägt. Ich bin überzeugt, dass man das schmeckt.

Laia: Ich habe nie gedacht, dass Wein einmal meine Berufung wird, und habe auch erst als Heranwachsende verstanden, wie besonders das ist, dass ein Wein so heisst wie man selbst. Für mich ist Vinya Laia ein Symbol dafür, dass man über Generationen hinweg etwas Gemeinsames schaffen kann. Meine Mutter im ersten Schritt für mich bei Albet i Noya, und nun machen wir im Familienprojekt gemeinsam Wein. Für mich ist das eine der schönsten Geschichten, die es in der Weinwelt geben kann. Natürlich ist es auch meine persönliche. Und dennoch glaube ich, dass in kaum einem anderen Beruf neben Know-how so viel Emotion mit dabei ist wie beim Wein. Und das macht das Ganze so besonders. Besonders schön.

 

Quelle: crystal communications
Bildquelle: Vinya Laia

Publireportagen

Empfehlungen

MEHR LESEN