Weihnachtsstollen mit Marzipan: Geschichte, Bedeutung und ein luxuriöses Rezept
von belmedia Redaktion Allgemein Ernährung Essen & Trinken Gastronomie Gourmetevents News Produkte Rezepte Weine & Spirituosen
Kaum ein Gebäck steht so sehr für Weihnachtsduft, Handwerkskunst und Erinnerung wie der Stollen. Ursprünglich als Fastengebäck erfunden, entwickelte er sich über Jahrhunderte zum Symbol für Fülle und Festlichkeit. Besonders die Variante mit Marzipan gilt als Krönung der winterlichen Backkunst.
In der Schweiz und im deutschsprachigen Raum gehört der Stollen zu den Klassikern jeder Adventstafel. Sein charakteristisches Aussehen, die Fülle an Butter und Früchten sowie die lange Haltbarkeit machen ihn zu einem kulinarischen Kulturgut – und zu einem Stück gelebter Geschichte.
Vom Fastengebäck zum Festtagsklassiker
Der Ursprung des Stollens reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Erste Erwähnungen finden sich in der Region Sachsen, wo das Gebäck ursprünglich aus Mehl, Wasser und Hefe bestand – streng nach kirchlichem Fastenrecht ohne Butter oder Milch.
Erst nach dem sogenannten „Butterbrief“ von Papst Innozenz VIII. im Jahr 1491 durften sächsische Bäcker wieder Butter verwenden. Das Gebäck wandelte sich so von karger Speise zu feinem Festbrot. Mit der Zeit kamen Trockenfrüchte, Gewürze und später Marzipan hinzu.
Das längliche, gewölbte Brot sollte symbolisch an das in Tücher gewickelte Christkind erinnern – weiss bestäubt mit Puderzucker als Zeichen der Reinheit.
Stollen-Tradition in der Schweiz
Auch in der Schweiz hat der Stollen seinen festen Platz in der Weihnachtsbäckerei. Besonders im Raum Zürich und Bern wird er als festliches Geschenk oder Mitbringsel geschätzt.
Viele Bäckereien pflegen eigene Familienrezepte, oft über Generationen weitergegeben. Während deutsche Varianten reich an Rosinen und Zitronat sind, bevorzugen Schweizer Konditoren eine etwas leichtere, feinere Struktur – mit weniger Zucker, aber mehr Mandeln.
Das Marzipan im Inneren gilt als Symbol für den Reichtum und die Freude der Weihnachtszeit – eine süsse Mitte im Herz des Brotes.
- Schweizer Stollen: weniger Zucker, mehr Butter und Mandeln
- Marzipan als Symbol der Fülle und Festlichkeit
- Traditionelle Herstellung in Handarbeit
Das Geheimnis des Reifens
Ein echter Stollen braucht Geduld. Nach dem Backen wird er mit flüssiger Butter bestrichen, in Puderzucker gewälzt und mindestens zwei Wochen kühl gelagert.
Während dieser Zeit verbinden sich die Aromen von Früchten, Gewürzen und Butter zu einer harmonischen Einheit. Der Stollen wird saftiger und entwickelt sein typisches Aroma.
Geduld zahlt sich aus – ein gut gereifter Stollen schmeckt intensiver und duftet nach Weihnachten pur.
Luxuriöses Rezept für Marzipan-Stollen
Zutaten für 2 mittelgrosse Stollen:
- 500 g Mehl
- 1 Würfel Hefe (42 g)
- 250 ml lauwarme Milch
- 150 g Zucker
- 200 g Butter (weich)
- 1 Prise Salz
- 1 TL Vanillezucker
- 1 TL Zitronenschale (gerieben)
- 100 g Mandeln (gehackt oder gemahlen)
- 200 g Rosinen, 100 g Sultaninen, 50 g Zitronat
- 250 g Marzipanrohmasse
- 100 g flüssige Butter zum Bestreichen
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
1. Hefe in lauwarmer Milch mit etwas Zucker auflösen und 15 Minuten stehen lassen.
2. Mehl, Zucker, Salz, Vanille und Zitronenschale in einer Schüssel mischen. Butter und Hefemilch zugeben, alles zu einem geschmeidigen Teig kneten.
3. Mandeln, Rosinen, Sultaninen und Zitronat einarbeiten. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.
4. Marzipan in zwei Rollen formen. Teig halbieren, jeweils flachdrücken, Marzipan hineinlegen, einschlagen und in Stollenform bringen.
5. Auf ein Backblech legen, nochmals 30 Minuten gehen lassen.
6. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 45–50 Minuten backen.
7. Heiss mit flüssiger Butter bestreichen, reichlich mit Puderzucker bestäuben und vollständig auskühlen lassen.
8. In Folie wickeln und 10–14 Tage ruhen lassen.
Genuss und Bedeutung heute
Der Stollen ist längst mehr als ein Gebäck – er ist ein Symbol für Handwerkskunst, Geduld und Heimatgefühl. Seine Zubereitung vereint Familie, Tradition und Vorfreude.
In einer Zeit der Beschleunigung erinnert der Stollen daran, dass Genuss Zeit braucht – und dass die besten Dinge oft reifen müssen. Jede Scheibe erzählt von Geschichte, Sorgfalt und dem Zauber der Weihnacht.
Quelle: gourmetnews.ch-Redaktion
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