OGG-Award 2016 an Hofgemeinschaft „Radiesli“ aus Worb verliehen

15.11.2016 |  Von  |  News
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OGG-Award 2016 an Hofgemeinschaft „Radiesli“ aus Worb verliehen
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Zum zweiten Mal hat die Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern den OGG-Award für nachhaltige Ideen zur Gestaltung des Ernährungssystems verliehen. Der Jurypreis ist mit 10’000 Franken dotiert. Gewinner war die Worber Vertrags-Landwirtschaftsinitiative „Radiesli“ mit ihrem neusten Projekt „Huhn und Ei“. Das Start-up-Unternehmen „MUDA rejuice“, das aus Resten von Früchten leckere Säfte herstellt, gewann die Gunst des Publikums und 2000 Franken

Im Alpinen Museum der Schweiz in Bern präsentierten 18 kluge Köpfe ihre Ideen und Projekte. Von einer Online-Plattformen für Essen bei Privatpersonen über ein Urban-Gardening-Projekt in einem Übergangszentrum in der Stadt Bern bis hin zur Nutzung von Drohnenlarven als proteinhaltiges Lebensmittel wurde eine breite Palette an Ideen in verschiedensten Projektstadien vorgestellt.

Projekt „HUHN UND EI“ gewinnt den Jurypreis

Die fünfköpfige Jury am meisten überzeugen konnte der Radieslihof aus Worb BE mit seinem jüngsten Projekt „Huhn und Ei“. Dabei handelt es sich um ein Eierabo der anderen Art. Die „Brüder“ der Leghennen werden gemästet und die Legehenne selbst wird als Suppenhuhn nachgeliefert. „Radiesli“ ist ein Vertragslandwirtschaftsprojektritt mit gemeinschaftlicher Produktion; es ist eine Bewegung, die die Bewirtschaftung des Kulturlandes mit ca. 220 Mitgliedern bestreitet. Diese arbeiten jährlich an mehreren Halbtagen aktiv mit.

Bei „Radiesli“ werden nicht primär die Produkte bezahlt, sondern deren Anbau und die dabei anfallenden Betriebskosten. Angefangen hat die Gemüseanbau-Initiative vor 5 Jahren auf einem Feld von weniger als einer Hektare Land. Ab dem laufenden Jahr konnte nun der ganze Hof mit 10 Hektaren Land gepachtet werden. Bewusst wird versucht, die Grenze zwischen Produzent und Konsument und somit zwischen Land und Stadt zu überwinden. Die Sensibilisierung durch aktives Engagement und Zusammenbringen aller Beteiligten ist ein wichtiges Standbein von Radiesli.

Dass das Projekt überhaupt möglich wurde, ist auch Ueli Leibundgut, dem bisherigen Bewirtschafter und Eigentümer zu verdanken: Anstatt das Land den umliegenden Nachbarn zu verpachten, hat er es gewagt, mit der Verpachtung an die GmbH einen neuen Weg zu gehen. Künftig wird bei Radiesli Getreide, Obst, Mehl, Sonnenblumen- und Leinsamenöl hinzukommen. Zudem befindet sich eine Mutterkuhherde im Aufbau. Neben der Produktion wirkt Radiesli auch pädagogisch, indem es zur Sensibilisierung rund um unser Ernährungssystembeiträgt.




Publikum honoriert Fruchtsäfte aus Resten

Die Audienz war am meisten überzeugt vom Start-up-Unternehmen „MUDA rejuice“. Vier Studentinnen und Studenten der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL entwickelten in einem Projekt Fruchtsäfte aus qualitativ hochwertigen Resten, die täglich bei der Verarbeitung von Früchten entstehen. Diese werden im Detailhandel verkauft.

Zwischen dem Vorjahresgewinner, dem Anti-Food-Waste-Koch Mirko Buri, und der OGG Bern ist eine befruchtende Partnerschaft entstanden, aus der das Ende April veröffentlichte Themen-Kochbuch „Restenlos glücklich“ entwuchs. Welche spannenden Projekte aus einer allfälligen Zusammenarbeit mit den diesjährigen Gewinnern entstehen, wird die Zukunft zeigen.

Die OGG Bern setzt auf Gesundheit und zufriedene Menschen

Die Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern (OGG) ist eine unabhängige, parteipolitisch neutrale Non-Profit-Organisation. Sie entwickelt konkrete, nachhaltige und gesellschaftlich relevante Lösungen für Mensch und Umwelt. Einen strategischen Schwerpunkt setzt die OGG bei der Ernährung und dem Boden als Ressource. Dabei bringt sie Know-how und neue Partner zusammen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und Projekte umzusetzen, die etwas bewegen – und das seit ihrer Gründung vor 250 Jahren.

Weitere Informationen: www.ogg.ch

Über den OGG-Award

Wie wir unser Essen produzieren, verarbeiten und damit handeln, wird immer anspruchsvoller. Gleichzeitig nimmt auch die Komplexität der damit verbundenen Probleme zu. Sei es in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung oder in der Entsorgung von Lebensmitteln: Die OGG setzt auf innovative Lösungsansätze, um die Herausforderungen an unser Ernährungssystem zu meistern.

Das ist die Jury

  • Urs Nufer, OGG-Vizepräsident und Jurypräsident
  • Franz Hofer, OGG-Geschäftsführer
  • Raoul Stöckle, Mitbegründer der Äss-Bar
  • Stefan Bürki, Studiengangleiter an der HAFL
  • Susanne Frutig, Stiftung Innovation

 

Artikel von: Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern
Artikelbild: © Oekonomische Gemeinnützige Gesellschaft Bern
Andere Bilder: © Daniel Salzmann

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